Tätigkeitsbericht 2022 zu den Aktivitäten des AK queer in ver.di Berlin/Brandenburg

24.04.2023

Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Landesbezirk Berlin-Brandenburg
 
Arbeitskreis queer in ver.di Berlin-Brandenburg
Vielfalt Leben
 
Köpenicker Straße 30
10179 Berlin
________________________________________________________________
 
Tätigkeitsbericht des Arbeitskreises queer in ver.di Berlin-Brandenburg für das Jahr 2022


Die Aktivitäten des AK queer wurden im Jahr 2022 enorm wieder durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinträchtigt. Zahlreiche Veranstaltungen in der Öffentlichkeit der LGBTTIQ-Community in Berlin und Brandenburg sowie von ver.di mussten wegen der Regelungen des Landes und der Bundesregierung zum Schutz vor einer Infektion mit dem Corona-Virus ausfallen oder als Online-Veranstaltung durchgeführt werden. Deshalb hat der AK queer auch 2022 weniger Aktionen zur Mitgliederwerbung, zu Gedenkveranstaltungen und Aktionen zur Vernetzung mit der Berliner und Brandenburger LGBTTIQ-Community unternommen. Trotz dieser starken Einschränkungen hat sich der AK queer im Jahr 2022 für die Interessen von LGBTTIQ im Arbeitsleben eingesetzt.
 
Durch die Corona-Pandemie hat sich die gewerkschaftliche Arbeit und damit auch die Arbeit des AK queer verändert. VER.DE musste unter anderem neue digitale Konzepte für die Durchführung von Streiks und Tarifverhandlungen entwickeln und Maßnahmen zur Unterstützung der vielen stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffenen Beschäftigten in den von ver.di organisierten Bereichen umsetzen. Allerdings konnte der AK im Laufe des Jahres wieder Arbeitssitzungen in Präsenz mit entsprechenden Corona-Vorsichtsauflagen durchführen.
 
Der AK queer hat sich die Vernetzung mit ver.di-Betriebsgruppen sowie mit Betriebs- und Personalräten von Unternehmen und von Behörden der Landesverwaltung in Berlin und Brandenburg als Aufgabe vorgenommen. Dazu haben wir u. a. mit dem Betriebsrat der Firma Zalando Customer Care International SE & CO KG Kontakt aufgenommen und an einer Betriebsratssitzung teilgenommen. Da die LGBTTIQ-Beschäftigten in der Firma wenig Probleme haben, haben wir die Gelegenheit genutzt und ausführlich über HIV und Aids informiert.
 
Wir arbeiten regelmäßig im Bundesarbeitskreis Regenbogen (LSBTTIQ) mit. Weiterhin nahmen Mitglieder des AK an den Sitzungen des DGB-Arbeitskreises LSBT Berlin/Brandenburg teil und beteiligten sich an der inhaltlichen Arbeit.
 
Unsere Aktivitäten im Einzelnen
 
Im Januar haben wir die offene Mitgliederversammlung des AK queer mit der Wahl des Sprecher_innen-Teams für die kommenden fünf Jahre vorbereitet. Die Versammlung fand dann am 15. Februar statt. Gerhard Grühn, Lukas Rohm und Konstantin Schulz wurden im Amt bestätigt. Darüber hinaus wurde ein weiterer Sprecher_innen-Posten für eine weibliche Personreserviert, die wenn möglich nachträglich gewählt werden soll. Zum Vertreter des AK queer beim Bundesarbeitskreis Regenbogen wurde Carsten Bock gewählt.
 
Im März haben wir über die aktuelle Lage in Bezug auf den Krieg in der Ukraine und seine Auswirkungen auf LGBTTIQ -Menschen diskutiert. Außerdem ging es um die Tarifrunden und Warnstreiks in Berlin und Brandenburg sowie um Informationen über das Betriebsverfassungsgesetz.
 
Im April haben wir uns Gedanken zur Beteiligung des Arbeitskreises an der geplanten Demonstration des DGB am 01. Mai gemacht. Außerdem haben wir den Jahresbericht 2011 der ILGA-Europa zur rechtlichen, politischen und sozialen Situation von LGBTTIQ-Menschen in europäischen Ländern diskutiert. Auch die Aktivitäten der LGBTI-Intergroup des EU-Parlaments waren Thema.
 
Im Rahmen unserer Zusammenarbeit mit Betriebs- und Personalräten von Unternehmen und Behörden war die Diversity-Beauftragte der Berliner Stadtreinigungsbetriebe BSR) Sabine Pöggel zu Gast und hat einen eindrucksvollen Vortrag über ihre Arbeit gehalten. So gibt es zum Beispiel über 20 verschiedene Angebote für Workshops, Weiterbildung, usw. und es gibt Konferenzen zur Gleichstellung.  Außerdem wurde die Beteiligung des AK am Berliner CSD geplant.
 
Im Juli hat Jörg Steinert (Initiator des Diversity-Netzwerkes bei Stromnetz Berlin GmbH) über die Situation von LGBTTIQ-Beschäftigten bei dem Unternehmen und den Entwicklungsstand des Netzwerks berichtet. Mitglieder des Diversity-Netzwerkes müssen erst noch klären, welche Maßnahmen sie im Betrieb planen und umsetzen möchten. Jan Kuhn, Betriebsrat bei Stromnetz Berlin und Mitglied im Netzwerk, hat den Bericht ergänzt. Außerdem hat sich der AK über das Volksbegehren für einen Modellversuch zum bedingungslosen Grundeinkommen in Berlin informiert.
 
Im August wurde die Planung des Bundesarbeitskreises ver.di Regenbogen für den nächsten ver.di- Bundekongress in 2023 vorgestellt. Auf dem Kongress soll ein Antrag mit der Forderung eingebracht werden, das LGBTI-Arbeitskreise als Personengruppe bei ver.di anerkannt werden und damit mehr Einfluss in der Gewerkschaft erhalten. Außerdem ging es um Regelungen für „Zugehörige“ in Tarifverträgen. Ein Bericht zum Landesaktionsplan queeres Brandenburg rundete die Sitzung ab.
 
Im September fand ein Austausch und eine Diskussion mit Marlene Ehrhardt (stellvertretende Vorsitzende der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) der Deutschen Rentenversicherung (DRV) und Mitglied der ver.di Jugend Berlin/Brandenburg) und Sasha König (Vorsitzender der JAV des Bezirksamtes Pankow und Mitglied der ver.di-Jugend Berlin/Brandenburg) über die Vereinbarung gemeinsamer Aktivitäten zur Unterstützung von LGBTTIQ-Beschäftigten statt.
 
Im September hörte der AK einen Bericht von Susanne Feldkötter (stellvertretende ver.di Landesbezirksleiterin) über die aktuell bei ver.di Berlin/Brandenburg relevanten Themen und Projekte und diskutierte darüber. Außerdem fand ein Austausch mit Olek Vovk über die Organisation gemeinsame Aktivitäten zur Unterstützung von LGBTTIQ-Beschäftigten bei der Verbraucherzentrale (VZ) Berlin statt.
 
Im November berichtete Rolf Wiegand (Bundesfachgruppenleiter Energiewirtschaft bei ver.di) über die Auswirkungen der aktuellen Energiekrise auf die Beschäftigten und die Maßnahmen von ver.di zur Entlastung und Unterstützung der betroffenen Kolleg_innen. Außerdem hat der AK die Planung für zentrale Themen und Aktivitäten für das Jahr 2023 in Angriff genommen:
- Diskussion mit Vertreter_innen der Parteien zur Nachbereitung der Wahlprüfsteine
- Diskussion mit einem/einer  Vertreter_in der Berliner Aids-Hilfe zur Situation von HIV-Positiven in der Energiekrise
- Diskussion mit dem Leiter von ver.di B und B zum Thema Organisation eines Bildungsseminars (für Betriebs- und Personalräte) zum Thema LGBTI
- Vernetzung mit Brandenburg (Vorschlag: Veranstaltung mit ver.di-Gewerkschaftssekretär_in oder Bezirksleiter_in eines ver.di-Bezirkes in Brandenburg)
- Recherche nach LGBTI-Gruppen bei Betrieben und Behörden und Erstellung einer Broschüre über LGBTI-Gruppen in Berlin (und Brandenburg)
Maßnahmen/ Aktivitäten
- Verteilung von Materialien auf JAV-Konferenz 2023 von ver.di verteilen
- an Gedenkveranstaltungen teilnehmen
- CSDs in Frankfurt (Oder), Cottbus, Falkensee und Potsdam besuchen
- Hissen der Rebenbogenfahne vor dem ver.di-Haus
 
Im Dezember beendete der AK seine Aktivitäten 2021 mit einem gemütlichen Weihnachtsessen.
 
Beteiligung an Veranstaltungen von Organisationen der LGBTI-Community, Parteien, des DGB, von Personal-/Betriebsräten und Vereinen
-       Beteiligung an einer Gedenkveranstaltung anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27.01.2022 und Kranzniederlegung zu Ehren der Opfer vor dem Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen
-       Beteiligung am Maifest des DGB am 01.05.2022
-       Beteiligung am „Queensday“ in Potsdam am 07.05.2022
-       Beteiligung an der Stolperstein-Putzaktion und an einer Kundgebung zum Gedenken an die Opfer des Naziterrors anlässlich des 76. Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus und des Endes des Zweiten Weltkrieges am Bayerischen Platz in Tempelhof-Schöneberg am 08.05.2022
-       Hissen der Regenbogenfahne am 29.06.2022 vor dem Haus des ver.di-Landesbezirkes gemeinsam mit dem Landesbezirksleiter von ver.di Berlin-Brandenburg Frank Wolf und der stellvertretenden Landesbezirksleiterin Andrea Kühnemann
-       Beteiligung am Motzstraßenfest mit einem Infostand am 16.07. und 17.07.2022
-       Beteiligung des AK queer an der Demonstration im Rahmen des CSD Berlin am 23.07.2022
-       Beteiligung am LesBiSchwulen Parkfest mit einem Infostand am 13.08.2022