Arbeitskreis queer in ver.di Berlin/Brandenburg

Beschluss: Nicht angenommene Anträge des 4. ver.di-Bundeskongresses …

Beschluss: Nicht angenommene Anträge des 4. ver.di-Bundeskongresses vom 20. bis 26. September 2015 in Leipzig

Nicht angenommene Anträge


N 103 Einführung von LSBTTIQ als Personengruppe innerhalb ver.di

Abgelehnt


N 104 Einführung von LSBTTIQ als Personengruppe innerhalb ver.di Bundesjugendkonferenz

Erledigt durch Antrag N 103

 

N 103 Bezirkskonferenz Stuttgart
Einführung von LSBTTIQ als Personengruppe innerhalb ver.di

Der Bundeskongress beschließt:
1. Wir beantragen, dass ver.di auf allen organischen Ebenen und in allen
Fachbereichen, in denen Kolleginnen und Kollegen aus der LSBTTIQPersonengruppe
vorgeschlagen werden, der Personengruppe LSBTTIQ
(Lesben, Schwule, Bi, Transsexuelle, Transgender, Intersexuelle,
Queer) Sitz- und Stimmrecht einräumt.
2. Das Vorschlagsrecht der Vertretung und Stellvertretung für die Wahl
liegt bei den Fachbereichen und Ausschüssen.
3. Das Wahlrecht richtet sich nach den Wahlrechtsbestimmungen von ver.di.
4. Mit der Einrichtung der Personengruppe LSBTTIQ macht ver.di einen
weiteren Teil bestehender gesellschaftlicher Realität sichtbar und verankert
ihn organisatorisch.

 


Begründung der Antragsteller

LSBTTIQ (Lesben, Schwule, Bi, Transsexuelle, Transgender, Intersexuelle,
Queer) ist gesellschaftliche Realität. LSBTTIQ wird dennoch nicht ausreichend
ernst und wahr genommen, wie die aktuelle Bildungsplandebatte in
Baden-Württemberg beweist. Auf allen Ebenen und in allen Fachbereichen
von ver.di gibt es LSBTTIQ-Menschen. Die vorhandene Expertise ist aber
nicht in echte Vertretungskompetenz übergeführt, sondern hat seit 1989
(ÖTV) nur Beratungsfunktion. Echte Mitbestimmung bedeutet auch Vertretung
in allen Fachbereichen, auf allen Ebenen und in allen Gremien und
Ausschüssen. Bei der rechtlichten Gleichstellung der eigenen LSBTTIQBeschäftigten,
hat ver.di eine gesellschaftliche Vorreiterrolle übernommen.
Bei der Mitbestimmung innerhalb der Organisation gibt es noch Nachsteuerbedarf.
Was ver.di bei der Personengruppe Migrantinnen/Migranten
vorlebt, darf bei LSBTTIQ nicht unter den Tisch fallen.

Mehr als die Hälfte von schwulen, lesbischen, bisexuellen, transsexuellen,
transgender, intersexuellen und queeren Menschen in Baden-Württemberg
ist in den vergangenen fünf Jahren mindestens einmal Opfer von Diskriminierung
geworden. Das ist das erste Ergebnis einer von Sozialministerin
Katrin Altpeter in Auftrag gegebenen anonymen Onlinebefragung zur
Lebenssituation von LSBTTIQ-Menschen in Baden-Württemberg mit mehr
als 2.000 Teilnehmenden. Die Ministerin sieht darin eine klare Aufforderung,
den von der Landesregierung eingeschlagenen Weg zum Abbau bestehender
Diskriminierungen aufgrund sexueller Identität konsequent
weiterzuverfolgen. Viele Menschen haben den Eindruck, dass es bereits
eine völlige Gleichstellung zwischen heterosexuellen und nicht-heterosexuellen
Menschen in unserer Gesellschaft gibt – das ist jedoch nicht
der Fall.
Laut der Onlinebefragung haben lesbische, schwule und bisexuelle Menschen
in den vergangenen fünf Jahren weniger oft Diskriminierungen erfahren
als transgender, transsexuelle und intersexuelle Menschen (LSB: 53,2
Prozent bzw. TTI: 66,7 Prozent). Innerhalb beider Gruppen wurden
Diskriminierungen am meisten in der Öffentlichkeit (LSB: 55,7 Prozent; TTI:
64,8 Prozent) und in der Familie (LSB: 52,9 Prozent; TTI: 63,6 Prozent) erlebt.
Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle berichten zudem häufig
über Herabwürdigungen im Freundeskreis (60,2 Prozent), im Gesundheitsund
Pflegebereich (56,8 Prozent) sowie bei Behörden und Ämtern (52,3
Prozent). Unter "Diskriminierung" wurden in der Befragung verschiedene
herabsetzende Handlungen zusammengefasst, wie beispielsweise gaffen,
imitieren/lächerlich machen, verbale Angriffe, unfreiwilliges Outing, körperliche
Gewalt oder Ausgrenzung und Kontaktabbruch.
"Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass es auch heute noch oft viel
Mut erfordert, sich aktiv für Akzeptanz und Gleichstellung von LSBTTIQMenschen
einzusetzen."

 

N 104 Bundesjugendkonferenz
Einführung von LSBTTIQ als Personengruppe innerhalb ver.di

Der Bundeskongress beschließt:
Wir beantragen die Einrichtung einer Personengruppe LSBTTIQ in ver.di.
Mit der Einrichtung der Personenengruppe LSBTTIQ macht ver.di einen
weiteren Teil bestehender gesellschaftlicher Realität sichtbar und verankert
in organisatorisch in der Satzung. Die Satzungsbestimmungen der Personengruppe
Migrantinnen/Migranten werden für die Personengruppe LSBTTIQ
analog angewendet. Dies bedeutet, die Personengruppe kann auf allen
Ebenen Ausschüsse bilden und ihre Interessen vertreten.
Das Wahlrecht richtet sich nach den Wahlbestimmungen von ver.di.
Die Zugehörigkeit zu der Personengruppe LSBTTIQ ist nicht Vorschlagsvoraussetzung.


Begründung der Antragsteller

LSBTTIQ (Lesben, Schwule, Bi, Transsexuelle, Transgender, Intersexuelle,
Queer) ist gesellschaftliche Realität. LSBTTIQ wird dennoch nicht ausreichend
ernst und wahr genommen, wie die aktuelle Bildungsplandebatte in
Baden-Württemberg beweist. Auf allen Ebenen und in allen Fachbereichen
von ver.di gibt es LSBTTIQ-Menschen. Die vorhandene Expertise ist aber
nicht in echte Vertretungskompetenz übergeführt, sondern hat seit 1989
(ÖTV) nur Beratungsfunktion. Echte Mitbestimmung bedeutet auch Vertretung
in allen Fachbereichen, auf allen Ebenen und in allen Gremien und
Ausschüssen. Bei der rechtlichten Gleichstellung der eigenen LSBTTIQBeschäftigten,
hat ver.di eine gesellschaftliche Vorreiterrolle übernommen.
Bei der Mitbestimmung innerhalb der Organisation gibt es noch Nachsteuerbedarf.
Was ver.di bei der Personengruppe Migrantinnen/Migranten
vorlebt, darf bei LSBTTIQ nicht unter den Tisch fallen.
Mehr als die Hälfte von schwulen, lesbischen, bisexuellen, transsexuellen,
transgender, intersexuellen und queeren Menschen in Baden-Württemberg
ist in den vergangenen fünf Jahren mindestens einmal Opfer von Diskriminierung
geworden. Das ist das erste Ergebnis einer von Sozialministerin
Katrin Altpeter in Auftrag gegebenen anonymen Onlinebefragung zur
Lebenssituation von LSBTTIQ-Menschen in Baden-Württemberg mit mehr
als 2.000 Teilnehmenden. Die Ministerin sieht darin eine klare Aufforderung,
den von der Landesregierung eingeschlagenen Weg zum Abbau bestehender
Diskriminierungen aufgrund sexueller Identität konsequent
weiterzuverfolgen. Viele Menschen haben den Eindruck, dass es bereits
eine völlige Gleichstellung zwischen heterosexuellen und nicht-heterosexuellen
Menschen in unserer Gesellschaft gibt – das ist jedoch nicht
der Fall.
Laut der Onlinebefragung haben lesbische, schwule und bisexuelle Menschen
in den vergangenen fünf Jahren weniger oft Diskriminierungen erfahren
als transgender, transsexuelle und intersexuelle Menschen (LSB: 53,2
Prozent bzw. TTI: 66,7 Prozent). Innerhalb beider Gruppen wurden
Diskriminierungen am meisten in der Öffentlichkeit (LSB: 55,7 Prozent; TTI:
64,8 Prozent) und in der Familie (LSB: 52,9 Prozent; TTI: 63,6 Prozent) erlebt.
Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle berichten zudem häufig
über Herabwürdigungen im Freundeskreis (60,2 Prozent), im Gesundheitsund
Pflegebereich (56,8 Prozent) sowie bei Behörden und Ämtern (52,3
Prozent). Unter "Diskriminierung" wurden in der Befragung verschiedene
herabsetzende Handlungen zusammengefasst, wie beispielsweise Gaffen,
Imitieren/ Lächerlich machen, verbale Angriffe, unfreiwilliges Outing,
körperliche Gewalt oder Ausgrenzung und Kontaktabbruch.
"Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass es auch heute noch oft viel
Mut erfordert, sich aktiv für Akzeptanz und Gleichstellung von LSBTTIQMenschen
einzusetzen."