Arbeitskreis queer in ver.di Berlin/Brandenburg

Beschluss: "Personengruppe LSBTTIQ (Lesben, Schwule, Bi, Transsexuelle, …

Beschluss: "Personengruppe LSBTTIQ (Lesben, Schwule, Bi, Transsexuelle, Transgender, Intersexuelle, Queer) im Betrieb" des 4. ver.di-Bundeskongresses vom 20. bis 26. September 2015 in Leipzig

N Organisationspolitik 655
N 105 Landesbezirkskonferenz Baden-Württemberg

Personengruppe LSBTTIQ (Lesben, Schwule, Bi, Transsexuelle, Transgender,
Intersexuelle, Queer) im Betrieb

ver.di sorgt dafür, dass in Betrieben bei denen aufgrund gesetzlicher Bestimmungen
betriebliche Interessenvertretungen zu wählen sind, dass die gewählte Vertretung die
Belange von LSBTTIQ-Beschäftigten vertritt. Wir erwarten eine Aufnahme dieser
Thematik in die Grundqualifizierungsseminare. Bei anstehenden rechtlichen Anpassungen
tritt ver.di für eine gesetzliche Verankerung dieser Bestimmung ein.

Angenommen als Arbeitsmaterial zur Weiterleitung an den Bundesvorstand

 

Begründung der Antragsteller

Auf der Grundlage der Diskussion um den Bildungsplan in Baden-Württemberg
und den entstehenden Aktionsplan der Landesregierung für
Akzeptanz und gleiche Rechte von LSBTTIQ (Lesben, Schwule, Bi,
Transsexuelle, Transgender, Intersexuelle, Queer) zeigt sich deutlich, dass
in den Betrieben und den Interessenvertretungen weitgehende Gleichgültigkeit
oder Ablehnung gegenüber den spezifischen Problemen dieser Zielgruppe
existiert. Beschäftigte, die sich zur LSBTTIQ-Zielgruppe zählen,
stehen oft hilflos am Rand des betrieblichen Alltages und wissen nicht, wo
sie sich hinwenden können. Wenn sie nicht offensiv genug sind, ihre Belange
selbst in die Hand zu nehmen, werden ihre Problemlagen oft ignoriert.
Eine Veränderung kann sich deshalb nur ergeben, wenn eine öffentlich
sichtbare Vertretung der Belange in größeren Betriebseinheiten existiert.
Die offiziellen Statistiken weisen einen Bevölkerungsanteil von rund
drei Prozent LSBTTIQ an der Gesamtbevölkerung aus (niedrigster derzeit
wissenschaftlich festgestellter Wert). Bezogen auf 100 Beschäftigte wären
also mindestens drei Menschen LSBTTIQ zuzurechnen. Da ein Zwangsouting
die Menschenrechte verletzt, muss deshalb organisatorisch dafür
gesorgt werden, dass eine explizite Ansprechperson in der betrieblichen Interessenvertretung
vorhanden ist.